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Strukturierte Daten als Basis einer modernen Stellenanzeige

Trends im Recruiting: Was macht eine moderne Stellenanzeige aus?

Recruiting Erstellt am: 28. Februar 2025 11 Min.

Die Arbeitswelt und das Recruiting verändern sich. Unternehmen müssen sich an neuen Anforderungen und Erwartungen von Talenten anpassen, um erfolgreich zu sein. In diesem Interview sprechen wir mit den Expert*innen Tasja Ascheuer und Philip Ullmann über aktuelle Trends im Recruiting und was eine moderne Stellenanzeige ausmacht.

Wir beleuchten:

  • wie sich die Anforderungen an Stellenanzeigen in den letzten Jahren verändert haben,
  • welche Rolle moderne Technologien spielen,
  • und wie strukturierte Daten und Datenanalysen den Recruiting-Prozess beeinflussen können.

Es gibt wertvolle Einblicke und praktische Tipps, wie Arbeitgeber ihre Recruiting-Strategien optimieren können, um die besten Talente zu gewinnen.

Veränderte Anforderungen bei Stellenanzeigen #

Was sind die wichtigsten Faktoren, die Arbeitgeber heute beim Recruiting und der Erstellung eines Inserats berücksichtigen müssen? #

Tasja Ascheuer: In den letzten Jahren haben sich sowohl die inhaltlichen als auch strukturellen Anforderungen an Stellenanzeigen stark verändert, da Talente zunehmend nach einem Fit zwischen sich und dem Unternehmen suchen. Arbeitgeber müssen authentische Einblicke in ihre Unternehmenskultur und Werte geben, um das Vertrauen der Bewerbenden zu gewinnen. Transparenz über die Rahmenbedingungen ist unerlässlich, da Bewerbende genau wissen wollen, was sie erwartet.

„Ein transparenter und unkomplizierter Bewerbungsprozess ist entscheidend, um Talente nicht zu verlieren.“

Tasja Ascheuer · Head of Sales Solutions bei karriere.at
Tasja Ascheuer

Philip Ullmann: Ich sehe vor allem zwei Faktoren, die zukünftig oder besser gesagt aktuell entscheidend bei der Inseratenerstellung sind:

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EU Accessibility Act (EUAA)

Ab 2025 gibt es eine verbindliche Anforderungen für Barrierefreiheit an digitale Produkte und Dienstleistungen. Bei der Veröffentlichung von Stelleninseraten muss sichergestellt werden, dass diese auch für Menschen mit Beeinträchtigungen zugänglich sind.

Barrierefreiheit #

Die Barrierefreiheit spielt eine zunehmend wichtige Rolle, da immer mehr Unternehmen darauf achten, ihre Ausschreibungen so zu gestalten, dass sie für alle Menschen – unabhängig von möglichen Beeinträchtigungen – zugänglich sind. Das bedeutet, dass Stellenanzeigen z. B. mit Screenreadern kompatibel sind und auf einem kontrastreichen und gut lesbaren Design basieren.

Standardisierte Struktur #

Gleichzeitig wächst der Bedarf an einer standardisierten Struktur von Stellenanzeigen, um die Vergleichbarkeit zwischen verschiedenen Inseraten zu erhöhen. Eine einheitliche Struktur – etwa mit klar definierten Abschnitten wie Jobbeschreibung, Anforderungen, Benefits und Bewerbungsprozess – erleichtert Bewerber*innen den Überblick und die Entscheidungsfindung. Für Unternehmen bietet dies den Vorteil, Transparenz zu schaffen.

Einflüsse auf Recruiting-Prozesse #

Welchen Einfluss haben neue Technologien auf Prozesse im Recruiting? #

Tasja Ascheuer: Es ist ein klarer Trend hin zu mehr automatisierten Prozessen und deren kontinuierlicher Optimierung zu erkennen. Es gibt ein wachsendes Bewusstsein dafür, wie wichtig eine reibungslose Candidate Journey im Bewerbungs- und gesamten Rekrutierungsprozess ist und wie diese durch Automatisierung personalisiert und verbessert werden kann. Ein Beispiel dafür ist, dass Talente ihren Lebenslauf einfach hochladen können und die Daten automatisch an den richtigen Stellen eingefügt werden. Darüber hinaus wird Künstliche Intelligenz zunehmend an den richtigen Stellen zur Unterstützung eingesetzt.

Strukturierte Daten #

Wie wichtig sind strukturierte Daten für den modernen Recruiting-Prozess bzw. für die Erstellung von Stellenanzeigen? #

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Was sind strukturierte Daten?

Strukturierte Daten sind standardisierte Informationen, die in Stellenanzeigen hinterlegt werden, um u.a. Suchergebnisse optimal verstehen und anzeigen zu können. Sie folgen einer einheitlichen technischen Struktur und umfassen wichtige Details wie Jobtitel, Standort, Gehalt oder Arbeitszeitmodell.

Tasja Ascheuer: Personalabteilungen nutzen heute Marketingmethoden, um Talente anzusprechen und ihre Anzeigen zu optimieren. Strukturierte Daten erfassen Anforderungen wie Fähigkeiten oder Soft Skills in standardisierter Form und ermöglichen den Abgleich mit den Kompetenzen der Bewerbenden. So lassen sich fachliche und kulturelle Übereinstimmungen effizient prüfen. Außerdem können Recruiter*innen durch Datenanalysen ihre Ansprache gezielt verbessern – ein Vorteil für Bewerber*innen und Arbeitgeber.

Philip Ullmann: Strukturierte Daten spielen nicht nur für die Erstellung und Analyse von Stellenanzeigen eine zentrale Rolle, sondern auch für die zielgenaue Suche von Bewerber*innen nach passenden Positionen. Die standardisierte Erfassung relevanter Informationen ermöglicht moderne Suchfunktionen. Damit können Bewerber*innen ihre Suche gezielt auf Inserate eingrenzen, die ihren Kompetenzen, Erfahrungen und Vorstellungen tatsächlich entsprechen.

Welchen Vorteile haben Unternehmen durch moderne Suchfunktionen? #

Philip Ullmann: Mit einer verbesserten Suchfunktion können Unternehmen die richtigen Talente mit größerer Präzision erreichen. Anstatt sich an eine breite Masse zu wenden, von der viele nicht den Anforderungen entsprechen, werden diejenigen angesprochen, deren Profile wirklich zur Stelle passen. Diese gezielte Ansprache führt zu höheren Klickraten bei relevanten Zielgruppen und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass nicht nur mehr, sondern auch qualitativ hochwertige Bewerbungen eingehen. Qualität vor Quantität lautet hier die Devise – eine Win-Win-Situation für beide Seiten:

„Unternehmen sparen Zeit und Ressourcen im Recruiting-Prozess, während Bewerber*innen schneller und effizienter zu passenden Stellen geleitet werden.“

Philip Ullmann · Produkt Manager bei karriere.at
Philip Ullmann

Daten & Kennzahlen #

Wie beeinflussen Datenanalysen die Entscheidungsfindung bei der Erstellung von Stellenanzeigen? #

Tasja Ascheuer: Die Datenanalyse bietet zahlreiche Möglichkeiten, die Erstellung von Stellenanzeigen gezielt zu verbessern. So lässt sich beispielsweise herausfinden:

  • Warum generiert ein Inserat deutlich mehr Bewerbungen als ein vergleichbares Inserat für eine ähnliche Stelle?
  • Welche Inhalte – seien es bestimmte Benefits, Gehaltsangaben oder besondere Merkmale der Unternehmenskultur – tragen zum Erfolg bei, die in anderen Anzeigen möglicherweise fehlen?

Solche Erkenntnisse liefern Personalabteilungen wertvolle Indikatoren: nicht nur für die inhaltliche Gestaltung ihrer Anzeigen, sondern auch für die entscheidenden Faktoren im Personalmarketing, um die richtigen Talente gezielt anzusprechen.

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Welche Kennzahlen sind wichtig bei der Bewertung von Recruiting-Prozessen? #

Tasja Ascheuer: Im Recruiting gibt es nicht nur eine Kennzahl, sondern viele, die wertvolle Hinweise auf den Erfolg des Prozesses geben – ähnlich wie bei der Optimierung der Konversionsrate in einem Online-Shop. Jeder Schritt muss optimiert werden, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Dabei konzentrieren wir uns insbesondere auf die ersten Schritte des Rekrutierungsprozesses:

  • Klick auf das Stelleninserat ist ein Indikator dafür, ob die Anzeige die richtigen Talente erreicht. Dies hängt davon ab, ob es den richtigen Zielgruppen angezeigt wird und wie gut es von den Talenten gefunden wird. Der Inhalt in Form von strukturierten Daten sowie ein klarer und ansprechender Titel der Anzeige spielen dabei eine zentrale Rolle.
  • Klick auf den Bewerben-Button: Hat die Anzeige das Interesse geweckt, zeigt der Klick auf den Bewerben-Button, wie ansprechend Inhalt und Struktur der Anzeige sind. Ein übersichtlicher Aufbau hilft den Talenten, die relevanten Informationen schnell zu erfassen.
  • Abgeschickte Bewerbungen: Diese Kennzahl gibt Aufschluss darüber, wie nutzungsfreundlich der Bewerbungsprozess gestaltet ist. Ein einfach strukturierter, schneller und hürdenfreier Prozess ist hier entscheidend, um Bewerbende nicht zu verlieren.

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Zu den Personen #

Tasja Ascheuer ist Head of Sales Solutions und seit fast vier Jahren Teil von karriere.at. Mit langjähriger Erfahrung im Recruiting-Marktumfeld konzentriert sie sich gemeinsam mit ihren Teams darauf, das Recruiting mit neuen Lösungen für B2B-Kunden so einfach, intuitiv und effektiv wie möglich zu gestalten.

Philip Ullmann ist seit über 7 Jahren Teil des Teams von karriere.at und Experte für die Optimierung interner Systeme rund um Jobinserate. Derzeit konzentriert sich sein Team darauf, Inseratedaten effizient zu strukturieren. Dabei liegt der Fokus darauf, eine Balance zwischen minimalem Dateneingabeaufwand und einer optimalen Datenstruktur zu schaffen – mit dem Ziel, wertvolle Einblicke in die Inserate zu gewinnen.


Portrait Sarah

Sarah Chlebowski
Content Managerin
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